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Henry David Thoreau
Herbstfarben · Ein Winterspaziergang (ISBN 978-3-940203-09-0 - 9,95€)
Auszug aus dem Vorwort von Dr. Susanna Schaup:
Herbstfarben
… Die berühmte Herbstfärbung der Wälder Neu-Englands, vor allem der Ahornbäume, gilt heute wie damals als Sehenswürdigkeit. Sie markiert für Thoreau nicht einfach das Ende des Sommers und den Beginn des Verfalls im Wandel der Jahreszeiten, sondern er sieht in ihr eine Apotheose des Strebens nach Reife und Vollendung. Noch nie sind die Farben des herbstlichen Laubes in ihrer Vielfalt mit solcher Leidenschaft und einer so unerschöpflichen sprachlichen Virtuosität geschildert worden. Ein Sterbender trinkt noch einmal von der Schönheit und Erhabenheit der Natur. Die Farbe, ein materielles Nichts, wird im Herbst zu einer Realität schaffenden Wesenheit, einem Aggregatzustand, der sich verdichtet und verflüchtigt, je nachdem, welchen Standort der Betrachter einnimmt und welche Bereitschaft er mitbringt, das Nahe und Ferne in der Verwandlung durch die Farben des Herbstes zu sehen. „Ein Mensch sieht nur das, was ihn etwas angeht.
Ein Winterspaziergang
Den Essay hat Thoreau bereits 1843 konzipiert, als er vorübergehend Hauslehrer bei Emersons Bruder William auf Staten Island, New York, war, und im Oktober desselben Jahres erschien der Aufsatz in The Dial im Druck. Thoreau vermisste Concord, und aus der wehmütigen Erinnerung brachte er mit Hilfe seiner Tagebuchnotizen einen ersten Entwurf zu Papier …
An einem frühen Morgen bricht er auf, streift durch den verschneiten Wald, kommt an die verlassene Hütte eines Holzfällers und steigt ab zu einem verschwiegenen Waldsee …
Wir begleiten ihn am Nachmittag auf einer Schlittschuhfahrt über den zugefrorenen Fluss, vorbei an Gegenden, die noch kein Fuß berührt hat. In der Kälte des Winters, unter Schnee und Eis schwelt ein Feuer, das auch die Seele des Menschen erwärmt. Des Abends treten wir in eine heimelige Stube und erleben die Winterstürme im Schutz eines warmen, wetterfesten Hauses …
Der aufmerksame Beobachter findet, wie Emerson es in Nature formuliert, in der Natur „den Schatten seiner Seele, sein anderes Ich“.
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